Förderverein Bildung Am Limes
Donaukurier vom 19.04.2014

Kämpfer für Gemeinschaftsschule wollen nicht klein beigeben


Denkendorf/Kipfenberg (DK) Das bayerische Kultusministerium hat den Antrag auf die Genehmigung eines Modellversuchs für eine Gemeinschaftsschule in Denkendorf/Kipfenberg (Landkreis Eichstätt) abgelehnt. Die Initiatoren wollen trotzdem weiter für die Gemeinschaftsschule kämpfen.

Die beiden Kommunen hatten den Antrag nach jahrelangen Vorbereitungen Anfang August auf den Weg gebracht.

„Uns ist ein differenziertes Schulsystem wichtig“, erklärt Ludwig Unger, Pressesprecher des Kultusministeriums auf Anfrage unserer Zeitung. Die unterschiedlichen Schulformen garantierten eine Entwicklung nach persönlichen Neigungen. „Eine homogene Lernstruktur ist besser für die Erfolge der Schüler“, sagt Unger. Außerdem sei im bayerischen Gesetz die Gemeinschaftsschule gar nicht vorgesehen. Dort stehe aber durchaus, dass man neue Schulformen ausprobieren könne, sagt der Landtagsabgeordnete Martin Güll (SPD), der seit etwa drei Jahren für die Gemeinschaftsschule kämpft. Für ihn ist offensichtlich, weshalb der Antrag abgelehnt wurde: „Bei diesen Mehrheitsverhältnissen im Landtag war klar, dass wir keine Chance haben.“

Das Projekt war vom Verein „Bildung am Limes“ angestoßen worden. „Wir werden jetzt nicht klein beigeben“, sagt der Vorsitzende Alfons Weber. Er erwägt bereits, den Antrag erneut zu stellen. Denn für Alfons ist das Projekt die Hoffnung, den Schulstandort zu erhalten. „Auch andere Brennpunkte in Bayern setzen darauf“, sagt er. In Donaustauf, Arzberg und Denkendorf habe bereits eine Befragung der Eltern stattgefunden – überall sei das Modell klar befürwortet worden. „Etwa 1000 Eltern stehen dahinter.“

Auch das Votum in den Gemeinderäten in Denkendorf und Kipfenberg war einstimmig ausgefallen. Im August hatten die Bürgermeisterin Claudia Forster (CSU/CW, Denkendorf) und ihr Kollege Rainer Richter (SPD, Kipfenberg) den Antrag gestellt – und hörten erst einmal nichts. Vor etwa zwei Wochen dachten die Befürworter der Gemeinschaftsschule bereits an eine Untätigkeitsklage. So weit ließ es das Ministerium jetzt nicht kommen.

Erst im Januar hatte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) gegenüber unserer Zeitung seine ablehnende Haltung gegenüber der Gemeinschaftsschule bekräftigt. „Ich habe damit gerechnet, dass es so ausgeht“, sagt daher auch Kipfenbergs Bürgermeister Richter. „Es war ein verzweifelter Versuch.“ Anders als die Staatsregierung, die weiter auf die Mittelschulverbände setzen will, glaubt Richter nicht, dass man so auf dem Land langfristig Schülerzahlen erhalten kann. Letztere würden auf den Mittelschulen weiter zurückgehen. „Unsere Schulgebäude stehen dann leer und wir müssen für die Neubauten an anderen Orten mitzahlen.“

Das meint auch seine Kollegin Forster: Ohne den Modellversuch sei die Zukunft der Mittelschule in Denkendorf ungewiss. Nicht heute, wie sie betont: „Die Schule ist jetzt voll.“ Doch gehe der Trend zur Realschule und zum Gymnasium. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Projekt Mittelschule auf Dauer am Land erhalten werden kann.“ Aufgeben will sie trotzdem nicht. „Der Antrag ist abgelehnt, aber die Sache nicht gestorben. Wir sind in der Pflicht, das nicht so ohne Weiteres stehen zu lassen.“

Einige Punkte, bei denen die Gemeinde einhaken könnte, hat die Bürgermeisterin in dem Ablehnungsbescheid bereits ausgemacht. „Da steht beispielsweise drin, dass wir zu wenige Kinder haben, um so einen Modellversuch am Leben zu erhalten.“ Das bezweifelt Forster. „Wir wollen verschiedene Dinge aufdröseln und dazu weitere Erklärungen haben.“

Von Josef Bartenschlager und Desirée Brenner

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